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Förderung durch Meister-BAföG

Die Förderung von Meister-Lehrgängen oder anderen gleichwertigen Weiterbildungsprogrammen wird durch das Aufstiegsfortbildungsgesetz (AFBG) geregelt. Man spricht auch vom so genannten Meister-BAföG.Wollen Sie nun einen Meisterkurs oder ein vergleichbares Ausbildungsprogramm besuchen und erfolgreich abschließen, haben Sie einen individuellen Rechtsanspruch auf eine Förderung – vorausgesetzt Sie gehören zu den förderungsberechtigten Personen.

Für wen besteht eine Förderung durch das BAföG?
Folgende Personen sind förderungsberechtigt:

  • deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger
  • Mitbürgerinnen und Mitbürger aus den EU-Staaten
  • oder Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bereits seit drei Jahren einen offiziellen und rechtmäßigen Wohnsitz in Deutschland haben und dort auch erwerbstätig gewesen sind.

Eine Altersgrenze für das Meister-BAföG gibt es nicht.

Vollzeit und Teilzeit

Ihre Qualifizierung zum Meister oder zu einem anderen, gleichwertigen Berufstitel können Sie sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit erwerben. In dem Zusammenhang spricht man auch von einer Vollzeitmaßnahme oder einer Teilzeitmaßnahme.
Zur Maßnahme zählen alle Unterrichtseinheiten und Prüfungen des Lehrgangs.

Verschiedene Finanzierungsmöglichkeiten

Die Förderung über das Meister-BAföG unterteilt sich in einen Unterhaltsbeitrag, einen Beitrag zum Prüfungsstück und einen Maßnahmebeitrag.

Der Unterhaltsbeitrag:
Wenn Sie Ihre Meisterqualifikation durch eine Vollzeitmaßnahme erwerben möchten, können Sie einen Beitrag zum Lebensunterhalt beantragen. Die Höhe des Beitrages richtet sich nach Ihrem Einkommen und Vermögen. Auch Kinder und Ehepartner werden miteinbezogen und für die Festlegung des Betrages beachtet.Detaillierte Auskünfte zum Unterhaltsbeitrag erhalten Sie hier.

Beitrag zum Prüfungsstück:
Abhängig davon, in welcher Fachrichtung Sie Ihren Titel erwerben möchten, kann es sein, dass Sie ein bestimmtes Prüfungsstück zum Ende des Lehrgangs erstellen müssen. Die dafür anfallenden Kosten können zum Teil durch das Meister-BAföG gedeckt werden.

Der Maßnahmebeitrag:
Unabhängig davon, ob Sie sich für eine Maßnahme in Vollzeit oder Teilzeit entschieden haben – Sie können Ihre Kosten für den Lehrgang und die Prüfungen durch das Meister-BAföG finanzieren lassen. Hierfür beantragen Sie einen so genannten Maßnahmebeitrag. Im Gegensatz zum Unterhaltsbeitrag richtet sich die Höhe des Maßnahmebeitrages nicht nach Ihrem Einkommen und Vermögen.Die genauen Kosten für einen Meisterlehrgang und die abschließenden Prüfungen können variieren. Zum einen richtet sich der anfallende Gesamtbetrag nach der jeweiligen Fachrichtung, in der Sie Ihren Titel erwerben möchten. Zum anderen unterscheiden sich die Gebühren auch nach der jeweiligen ortsansässigen IHK.Der Maßnahmebeitrag wird zu 30,5% direkt bezuschusst. Diesen Anteil müssen Sie nicht zurückzahlen. Bei den restlichen 69,5% handelt es sich um ein zinsgünstiges Darlehen. Dieser Betrag muss dann von Ihnen zurückgezahlt werden.

Beispiel: Geprüfter Industriemeister IHK, Köln

Sie wollen die Qualifizierung als „Geprüfter Industriemeister Metall IHK“ durch eine Vollzeitmaßnahme in Köln erwerben. Folgende Kosten entstehen:

Lehrgangsgebühren inkl. Ausbilderschein: 5.299,00 €
Prüfungsgebühren für die IHK: +400,00 €
Prüfungsgebühren für den Ausbilderschein: +170,00 €
Kosten insgesamt: =5.869,00 €

Sie erhalten nun einen Direktzuschuss von 30,5%. Bei den restlichen 69,5% handelt es sich um einen Darlehensanteil, den Sie zurückzahlen müssen.

Gesamtkosten: 5.869,00 €
Direktzuschuss von 30,5% 1.790,05 €
Darlehensanteil von 69,5% 4.078,96 €

Somit erhalten Sie durch das Meister-Bafög einen Direktzuschuss von 1.790,05 €, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Die restlichen 4.078,96 € erhalten Sie zu einem zinsgünstigen Darlehen.

Wenn Sie Ihre Prüfung bestanden haben, können Sie zudem einen Erlass von 25% auf Ihr Darlehen beantragen.

Darlehensanteil: 4.078,96 €
- 25% bei bestandener Prüfung -1.019,74 €
=3.059,22 €

Im Idealsten Fall werden Sie für Ihren Abschluss als Industriemeister bei der IHK Köln einen Darlehensbetrag von 3.059,22 € zurückzahlen müssen.

Beispiel: Geprüfter Technischer Fachwirt IHK, Hannover

Sie wollen den Titel als „Geprüfter Technischer Fachwirt IHK“ in Hannover erwerben. Folgende Kosten entstehen:

Lehrgangsgebühren inkl. Ausbilderschein: 4.450,00 €
Prüfungsgebühren für die IHK: +350,00 €
Kosten insgesamt: =4.800,00 €

Auch bei diesem Weiterbildungsprogramm erhalten Sie einen Direktzuschuss von 30,5%. Die restlichen 69,5% werden als zinsgünstiges Darlehen vergeben.

Gesamtkosten: 4.800,00 €
Direktzuschuss von 30,5% 1.464,00 €
Darlehensanteil von 69,5% 3.336,00 €

Somit erhalten Sie durch das Meister-Bafög einen Direktzuschuss von 1.464,00 €, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Die restlichen 3.336,00 € erhalten Sie zu einem zinsgünstigen Darlehen.

Wenn Sie Ihre Prüfung bestanden haben, können Sie zudem einen Erlass von 25% auf Ihr Darlehen beantragen.

Darlehensanteil: 3.336,00 €
- 25% bei bestandener Prüfung -834,00 €
=2.502,00 €

Im Idealsten Fall werden Sie für Ihre Qualifizierung als Technischer Fachwirt einen Betrag von 2.502,00 € zurückzahlen müssen.

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